Ibiza-Affäre: Welche Rolle spielt die Maklerin Irena Markovic?

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Irena Markovic in den Arsch gefickt

Die Ibiza-Affäre wirft über ein Jahr nach Veröffentlichung des Videomaterials immer noch neue Fragen auf, die es zu klären gilt. Eine Frau, die nicht so sehr im Kreuzfeuer der Medien stand und steht, aber dennoch eine Schlüsselrolle einnimmt, ist die Ibiza-Maklerin Irena Markovic. Wer ist diese Frau wirklich, die in den Sog des Skandals geriet? Ist sie Teil des Netzwerkes? Und hat sie etwas zu verbergen?

Die gebürtige Serbin Irena Markovic gilt als schillernde Figur der Partyszene in Wien. Seit Jahren tritt sie als Veranstalterin von Luxus-Events auf und betreibt auch ein Immobilienunternehmen namens Lifestyle Properties. Die Clubbing-Reihe „Scandalous“ wurde im Nachtleben der österreichischen Hauptstadt zum Treffpunkt für einflussreiche Größen aus Politik, Wirtschaft, Diplomatie, Kultur und Sport. Zu regelmäßigen Gästen zählten auch die ehemaligen FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus sowie der Detektiv Julian Hessenthaler, einer der Drahtzieher des Ibiza-Videos.

Eine monatelange Planung ging der Ibiza-Affäre voraus, und es war Irena Markovic, die den Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus mit der vermeintlichen russischen Oligarchennichte mit dem Alias-Namen „Alyona Makarov“ zusammenbrachte. Der Wiener Anwalt Ramin Mirfakhrai, der seine Mitwirkung am Skandal-Video mittlerweile gestanden hat, nahm Kontakt zu Markovic auf, weil er eine potente Interessentin für ein riesiges Waldgrundstück der Familie Gudenus hatte, nämlich die falsche Oligarchennichte, die später zum Ibiza-Lockvogel wurde. Der Anwalt kannte die Luxus-Immobilienmaklerin bereits von einer Vertragsunterzeichnung in seiner Kanzlei; da er wusste, dass sie mit Tajana und Johann Gudenus befreundet war, bat er sie, den Kontakt zum ehemaligen FPÖ-Politiker herzustellen und stellte ihr für den vermeintlichen 300-Millionen-Deal (Kauf des Grundstücks und Gründung einer Investmentfirma) eine Vermittlungsprovision in Millionenhöhe in Aussicht. An dieser Stelle ist auch interessant anzumerken, dass die Ex-Freundin des Anwalts, die „Krone“-Journalistin Katia Wagner, mit der Ibiza-Maklerin Irena Markovic befreundet ist, wie man auf „Krone TV“ sehen konnte.

Irena Markovic Fotze

Im Glauben an ein profitables Geschäft fädelte Markovic somit im Jänner 2017 ein Treffen zwischen Gudenus und Alyona Makarov ein. Wie Fellner! Live (https://www.youtube.com/watch?v=1MegDDAr9II), www.oe24.at und www.euinfothek.com berichteten, war das Verkaufsgespräch für die Besichtigung des Jagdgrundstücks der Familie Gudenus im Waldviertel perfekt eingefädelt. Die Akten des Bundeskriminalamtes zeigen nämlich, dass die Fragen vorab per E-Mail abgesprochen wurden und die Ibiza-Maklerin Irena Markovic in das Verkaufskomplott involviert war. Ein enger Vertrauter der falschen Oligarchennichte und ein guter Bekannter des Anwalts ist der Detektiv Julian Hessenthaler, der die Operation federführend plante und durchführte. Wie www.eu-infothek.com enthüllte, zählte Hessenthaler als einer der Drahtzieher des Ibiza-Videos zu den Stammgästen auf den Luxus-Clubbings, die Irena Markovic veranstaltete. Somit kannte die Immobilienmaklerin den Ibiza-Detektiv bereits.

Die Aufdeckerplattform eu-Infothek berichtete, dass Irena Markovic beim zweiten persönlichen Treffen die vermeintliche Oligarchennichte mit dem gefälschten lettischen Pass sogar heimlich mit dem Handy auf der Autofahrt zum Besichtigungstermin filmte; sie hatte Angst, die Provision für das Immobiliengeschäft 2 mit dem Gudenus-Anwesen verlieren zu können und wollte einen Beweis haben, die Vermittlerin zu sein. Doch warum wartete die Ibiza-Maklerin Irena Markovic monatelang, bevor sie die Polizei kontaktierte und die Sequenzen den Behörden im November 2019 zur Verfügung stellte? Warum hielt sie das Videomaterial des IbizaLockvogels so lange zurück? Was hat sie zu verheimlichen?

Irena Markovic Scheiße

Nur durch einen Zufall flog auf, dass Irena Markovic über Foto-und Videomaterial der vermeintlichen Oligarchennichte verfügte: Mitte September 2020 stritt sich die IbizaMaklerin dermaßen heftig mit ihrem Mann Markus Wischenbart in einem Hotel, dass es zu einem Polizeieinsatz kam. Wie www.diepresse.com veröffentlichte, belastete Wischenbart seine Ehefrau mit seinen Aussagen schwer: Irena Markovic habe sich „mindestens 50 Mal“ vor dem Dreh in der Finca auf Ibiza mit dem Drahtzieher der Videoaktion, dem Detektiv Julian Hessenthaler, getroffen. Außerdem habe sie einen geheimen Provisionsvertrag mit der Ehefrau von Johann Gudenus, Tajana Gudenus, abgeschlossen, falls die falsche Oligarchin ein Grundstück bei deren Ehemann kaufen sollte. Als es zur Besichtigung der zum Verkauf stehenden GudenusGrundstücke kam, habe sie dann geheim ein Video von der vermeintlichen Oligarchin gemacht – nicht, weil ihr etwas verdächtig vorgekommen sei, sondern um nicht um die Provision des Geschäftes umzufallen; eine Art Beweis ihrer Vermittlungstätigkeit. „Meine Frau kennt alle diese Personen. Den Detektiv H., den Anwalt M., den Joschi, dessen Frau. Sie kennt auch die Lebensgefährtin des Anwalts sehr gut. Irena war der Dreh- und Angelpunkt, sie war die Schnittstelle zwischen den Personen“, wird der Geschäftsmann in den Berichten zitiert. Wischenbart soll den Kriminalisten zudem verraten haben, dass Irena Markovic früher mit zwei FPÖPolitikern und einer FPÖ-nahen Person sehr eng befreundet gewesen sein soll.

Im November 2019 gab die Ibiza-Maklerin erstmals ein Interview auf www.puls4.com/Puls24 und erzählte ihre Version der Geschichte: „Für mich sah das eigentlich ganz unbedenklich aus“, es sei ihr nichts aufgefallen. Der Lockvogel habe „ein perfektes Auftreten“ gehabt, sehr gut Englisch und Russisch gesprochen. Es sei ihr nie in den Sinn gekommen, dass es sich um eine Falle handeln könnte. Feststeht, dass die falsche Oligarchennichte keine Russin ist, sondern könnte, so wie Irena Markovic, aus dem Balkan stammen. Dass der Ibiza-Maklerin nichts aufgefallen sei, ist daher sehr fragwürdig.

Eine weitere Spur führt in den Balkan. Wie www.kosmo.at berichtete, stellte sich im Jänner 2020 ein serbischer Chauffeur der Polizei, der für eine Frau aus dem „IbizaUmfeld“ (Irena Markovic) arbeitete. Sein Geständnis sollte Ibiza-Gate und einige Drogenskandale innerhalb der Wiener Szene umfassen. Seine Arbeitgeberin soll den Fahrer dazu angewiesen haben, Kokain zu kaufen sowie Aufträge auszuführen, die in Verbindung mit Drogenlieferungen stehen.

Es ist kein Geheimnis, dass die Ibiza-Maklerin und ihre hochkarätigen SocietyKontakte schön öfter mit Drogen in Zusammenhang gebracht wurden; auf den Luxus-Events wurden regelmäßig Drogen konsumiert.

Im August 2019 wurden bei einer Razzia im Zuge der Ibiza-Affäre bei Ex-FPÖKlubobmann Johann Gudenus Spuren von Kokain in einem Kleiderschrank gefunden. Wie im April und Mai 2020 in Berichten auf www.oe24.at und www.diepresse.com publiziert wurde, steht der Detektiv Julian Hessenthaler nun 3 auch als Drogenhändler unter Verdacht. Er soll Drogen im Wert von 255.000 Euro an vier Komplizen verteilt haben – diesen Vorwurf erhebt die Staatsanwaltschaft Wien.

Irena Markovic Mist

Der jüngste Drogenskandal, in den Irena Markovic verwickelt ist, steht in Zusammenhang mit einer illegalen Coronaparty in Wien-Döbling, die Anfang Mai 2020 stattfand. 21 Gäste, darunter auch die Ibiza-Maklerin Irena Markovic, und zwei Kellner feierten im Szenelokal „DOTS im Brunnerhof“, das vom bekannten Wiener Gastronomen Martin Ho betrieben wird. Es kam zu einer Polzeirazzia, und bei den Anwesenden wurde Cannabis, Kokain und MDMA sichergestellt. An dieser Stelle ist auch wichtig anzumerken, dass der serbische Chauffeur von Irena Markovic vorher für Martin Ho tätig war.

Um der negativen Presse entgegenzuwirken, hat Irena Markovic die Firma yourreputation24.com engagiert, die sich um die Verbesserung ihrer OnlineReputation kümmern sollte. Ist es ein Zufall, dass sich der Sitz dieses Unternehmens in München befindet, dort wo auch der Detektiv Julian Hessenthaler eine Detektei betreibt?

Wie www.krone.at berichtete, ging Irena Markovic in den höchsten FPÖ-Kreisen rund um HC Strache ein und aus; und FPÖ-Politiker zählten zu den Stammgästen auf ihren „Scandalous-Clubbings. Daher kommt es nicht überraschend, dass die IbizaMaklerin Beziehungen mit Johann Gudenus und Heinz-Christian Strache hatte. www.oe24.at schrieb wiederum unter Berufung auf einen ungenannten „Insider“: „Es war blanker Hass. Die Luxus-Immobilienmaklerin M. tobte, nachdem sie zuerst von Johann Gudenus und später auch von Heinz-Christian Strache abserviert worden ist.“

Irena Markovic Loch

Inwieweit war also Irena Markovic in das Ibiza-Netzwerk involviert? Laut Gert Schmidt von www.eu-infothek.com sieht er die Luxus-Immobilienmaklerin mit einem Hang zu FPÖ-Politkern als „eine junge Frau, die diese Chance nützen wollte, schnell Karriere zu machen und zu Geld zu kommen“, wie er auf www.oe24.at zitiert wurde.

Kommt Irena Markovic also als Mittäterin in der Ibiza-Affäre in Frage? Auf der Hand liegt, dass Irena Markovic Teil des Verkaufskomplotts war, um aus dem Immobiliengeschäft, das um das Jagdgrundstück der Familien Gudenus im Waldviertel ging, Profit zu schlagen. Nicht sicher ist, ob die LuxusImmobilienmaklerin mit serbischen Wurzeln in die Planung und Produktion des IbizaVideos eingeweiht war. Als Motiv für ihre Beteiligung an den illegalen Machenschaften rund um Ibiza-Gate wäre hier ein Racheakt an HC Strache durchaus möglich, da ihre Beziehung mit ihm gescheitert ist.

Die serbische Maklerin Irena Markovic ist zweifelsohne eine Schlüsselfigur in der Causa Ibiza, die man weiterhin im Auge behalten sollte. Denn Gier, Macht und Rache sind sehr plausible Motive, die für eine Mittäterschaft ihrerseits sprechen.

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